Hütestandard Bearded Collie


Übertragen aus dem Englischen: mit freundlicher Genehmigung vom Bearded Collie Club of America
(Quelle:http://beardedcollieclub.us/activities/herding/bcca-programs/working-standard-2/
Autor: Ann Witte.


HERKUNFT
Der Bearded Collie ist eine alte schottische Hütehunderasse. Er ist mittelgroß und mit seinem zottigen Fell ist er optimal an die Umgebung und das Klima seines Ursprungslandes angepasst. Die Beardies der Highlands waren die Arbeiter fürs Grobe. Sie arbeiteten häufig selbständig und ohne Kommandos und trieben die Schafe aus den zerklüfteten Hügeln und dem bergigem Weideland zusammen. Sie arbeiteten aufrecht und häufig bellend um verlorene oder versteckte Tiere aufzuschrecken. Die Beardies der Lowlands hingegen wurden oft als Viehtreiber eingesetzt, die die Schafe sortierten und zum Viehmarkt brachten. Der heutige Bearded Collie ist eine Mischung aus diesen beiden Typen.

FÜHRIGKEIT
Der Bearded Collie hat einen ausgeprägten „Will to please“ (er möchte gefallen, alles richtig machen), zeigt einen guten Herdeninstinkt und ist leicht zu führen. Er ist ein vielseitiger, hochintelligenter Hütehund, fähig, selbständig zu entscheiden und entsprechend zu arbeiten. Der Beardie ist ein kraftvoller, selbstbewusster Hund, der sich sowohl auf eine sich frei bewegende Herde als auch auf störrische Tiere einstellen kann.

ARBEITSSTIL
Entsprechend seiner Herkunft kann der Hütestil des Beardie variieren: einige arbeiten mit „loose-eye“, d. h. in fast aufrechter Körperhaltung mit leicht vorgestrecktem Kopf, andere eher ruhig, mit „mehr Auge“ und in geduckter Haltung.

Beardies, die mit „loose-eye“ arbeiten, tendieren dazu, näher an die Herde zu gehen, in als die mit „mehr Auge“.

Manche Beardies setzen ihre Stimme ein und sollten dafür nicht bestraft werden, solange das Bellen dazu dient, die Herde zu bewegen oder zu kontrollieren. Vom Beardie wird erwartet, sich jeder Herausforderung durch die Herde zu stellen: er beeindruckt das Vieh entweder durch forderndes Bellen und springen, greifen darf er jedoch nur im Bedarfsfall. Die meisten Beardies arbeiten ruhiger, sobald sie mehr Hüteerfahrung gesammelt haben. Einige wenige setzen ein ständiges „Arbeitsbellen“ ein während sie die Herde bewegen.

Bellen ist dann unerwünscht, wenn es die Arbeit mit der Herde stört und dadurch die Kontrolle verloren geht.

Der Beardie ist ein extrem beweglicher und flinker Hund. Oft sind Hunde, die zum ersten mal mit Vieh konfrontiert werden, zu schnell und zu dicht; untrainierte Beardies rennen häufig geradewegs auf die Herde zu und treiben die Schafe auseinander. Mit etwas mehr Training und Erfahrung werden sie ihr Tempo reduzieren und größeren Abstand zur Herde halten.

UNERWÜNSCHTE EIGENSCHAFTEN
- Beutegieriges oder aggressives Benehmen gegenüber der Herde
- Sinnloses Jagen und grundloses Splitten der Herde
- Übermäßige Angst vor dem Handler, Richter oder der Herde
- Beißen der Schafe, reißen von Wolle, unnötiges greifen
- Unsinniges Bellen, das die Herde stört
- Unachtsamkeit oder Verweigerung der Anweisungen vom Handler

 
Übersetzt von Helga Edelmann/WBCG (12/12)
letzte Änderung: 25.07.2016